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| Die Entstehung
der Balinesen -
ein Rasseportrait mit freundlicher Erlaubnis von
Carla Bracher
http://www.shamans-desires.ch
Der Vergleich der Balinesen mit einer zauberhaften balinesischen Tempeltänzerin
ist mit Sicherheit sehr treffend und in Anmut und Eleganz vermögen
Balinesen die Tänzerin sogar zu übertreffen.
Dennoch kommt sie nicht, wie dies ihr Name vermuten lässt, von der
Trauminsel "Bali", sondern erhielt diesen Namen von einer
ihrer Förderer, nämlich von Helen Smith, die ihr Herz an diese Rasse
verloren hatte. In den frühen 40er Jahren tauchten langhaarigen Siamesen erstmals in
den Vereinigten Staaten auf. Eine der vielen Geschichten besagt, dass in
verschiedenen Zuchten immer wieder langhaarige Siamesen geboren seien.
Einige der Züchter, welche dieses "Unglück" ereilte, sollen
diese unerwünschten Kätzchen beschämt verschenkt oder gar zu Tode
gebracht haben. Andere wiederum fanden Gefallen an diesen
außergewöhnlichen
Katzen mit dem federbuschartigen Schwanz, der, hoch erhoben im Takt des
schwebenden Schrittes wippte. Sie nannten es: "Ein Wunder der
Mutation." |
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Es ist aber auch möglich, dass man damals, um neue Farben in der
Siamzucht zu erhalten, oder auch um das Masken-Gen in andere Rassen
einzubringen, Kreuzungen mit Türkisch Angoras oder Persern züchtete.
Diese Tiere sollen wie Siamesen ausgesehen haben, aber ein längeres und
seidiges Fell gehabt haben. Betrachtet man es nüchtern und logisch, so
ist dies (leider) die wahrscheinlichere Erklärung für die Entstehung
der Balinesen. |
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Schon in den 40er Jahren träumten die Förderer und Liebhaber dieser
Rasse von ihrer Anerkennung in den Verbänden und widmeten sich der
gezielten Zucht mit dem Ziel, die Balinesen in der Katzenwelt salonfähig
zu machen. Ob nun "Mutation", Kreuzung verschiedener Rassen
oder auch "halblanghaarige Siamesen", schon damals erkannte
man das Besondere in diesen Katzen. Eine dieser mutigen Züchter war
Marian Dorsey (Cattery Rai-Mar) aus Kalifornien. Aber auch Helen Smith
aus New York (Cattery Merry Mews) und Sylvia Holland, eine gebürtige
Britin die ebenfalls in Kalifornien lebte, leisteten ihren Beitrag,
damit Balinesen anerkannt würden. Wie bereits erwähnt, so war es dann
auch Frau Smith, die den Balinesen den Namen gab. Der Weg zur
Anerkennung war für diese Pioniere bestimmt nicht leicht! Man kann sich
denken, dass sie oft nur belächelt wurden oder gar beschimpft; doch
1968 wurde dann der erste offizielle Balinesen-Club gegründet und
endlich, Anfang der 70er Jahre war es soweit:
Balinesen wurde offiziell und mit diesem Namen bei der CFA, der damals
wohl bedeutendsten Vereinigung für Katzen, anerkannt, waren somit
konkurrenzfähig und gaben ihr Mauerblümchendasein auf. In den USA gibt
es jedoch noch heute eine Einschränkung, was den Namen anbelangt: nur
in den vier Grundfarben, also seal-, chocl.-, blue- und lilac point wird
eine Balinesin als solche bezeichnet. Mit allen anderen Farben, wie -
tortie oder - tabby point, red-, creme-, cinnamon- oder fawn point wird
sie in den USA als "Javanese" bezeichnet.
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Die Haltung und Pflege
Balinesen sind, entgegen ihrem zerbrechlich wirkenden Äußeren, sehr
robuste und wenig krankheitsanfällige Katzen. Entgegen mancher
Vorurteile ist sie auch nicht anfälliger für gewisse
Infektionskrankheiten und glücklicherweise sind Folgekrankheiten durch
Überzüchtung und zu enge Linien seltene Ausnahmeerscheinungen.
Zahnfehlstellungen sind sehr selten, Knickschwanz und Schielen wurde, durch konsequente
Selektion und verantwortungsvolle Zuchtauslese, schon vor Jahren zum
Gewesenen deklariert. Heute kommen diese Defekte nur noch vereinzelt vor
und sind prozentual nicht häufiger, als bei anderen Rassen.
Balinesen sind in der Regel, wie die Siamesen, sehr lebhafte und
temperamentvolle Katzen. Sie sind bis ins hohe Alter verspielt und sehr
sozial. Wobei die Balinesen vom Charakter her etwas gemäßigter sind
als die Siamesen. Das Zusammenleben mit anderen Katzenrassen bereitet ihnen keine
Probleme und auch Kinder und Hunde sehen sie schnell als willkommener
Spiel- und Schmusekamerad an. Im Spiel können Balinesen ihre Contenance
schon mal verlieren, dies oftmals zur Belustigung der Zuschauer!
Manchmal sind sie gar richtige kleine Akrobaten und ein Salto rückwärts,
ein Überschlag vorwärts, dies beherrschen sie richtig bühnenreif! -
Allerdings: nur wenn sie es wollen!
Mittels ausgewogener und artgerechter Ernährung, genügend Spiel- und
Bewegungsmöglichkeiten ist es sehr gut möglich, dass eine Balinesin
auch älter als 15 Jahre alt wird. Dabei sind Balinesen bis ins hohe
Alter sehr verspielt und lebhaft und es gibt wohl keine größere Bestätigung
für ihren Besitzer, als wenn eine "ältere" Balinesin noch
wie ein Jungtier durch die Räume flitzt!
Fellpflege, bei manchen Rassen eine mit Arbeit verbundene Angelegenheit,
ist bei den Balinesen höchstens dann ein Thema, wenn ihr Besitzer sie kämmen
möchte. Balinesen genießen diese speziellen Streicheleinheiten in der
Regel sehr, doch sind sie, durch ihre Fellstruktur, nicht darauf an
gewiesen. Ihr Fell kann, da es keine Unterwolle hat, nicht verfilzen.
Balinesen sind weder heikel, noch muss bei ihrer Ernährung
Spezialfutter verabreicht werden. Die handelsüblichen Premiumfutter,
hin und wieder ein Leckerli zur Belohnung oder gekochtes Hühnerfleisch
machen sie restlos glücklich, was die Gaumenfreuden anbelangt. Unsere
Katzen fressen auch sehr gerne rohes Rindfleisch, das ich in
Gulasch-Größe füttere. Durch das Nagen an den großen Brocken
reinigen sie sich die Zähne. Diese
Katzenrasse kann sehr gut ausschließlich in der Wohnung gehalten
werden. Dies ist im Allgemeinen auch eine Haltung, die in unserer
motorisierten Zeit (leider) die verantwortungsvollste ist. |
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| Der Standard und die Farben der Balinesen (nach
GCCF)
Balinesen sind genau gesehen die langhaarigen Schwestern der Siamesen
und beide gehören zu der Rassen-Gruppe der Orientalen, genauer: unter
die Teilalbinos. Wie bei den Siamesen sind auch bei den Balinesen
lediglich die "Points" (die kühlen Körperstellen = Gesicht, Ohren,
Füße und Schwanz) in
der jeweiligen Körperfarbe gefärbt. Der Standard des Körperbaus ist
bei den Balinesen derselbe wie der der Siamesen; lediglich in der Haarlänge
unterscheiden sie sich. Ebenfalls werden bei beiden dieselben
Farbbezeichnungen verwendet. Dabei macht eine Balinesin, und sollte sie
gar "extrem" sein, zumeist einen weicheren und runderen
Eindruck als die Siamesin.. |
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| Körperbau/ Allgemeine Erscheinung
Balinesen/Siamesen sind schlanke und hochbeinige Katzen mit langem und röhrenförmigen
Rumpf und sehr langem Schwanz. Der Kopf und der Rumpf sollte im
Größenverhältnis
zueinander passend sein. Der Allgemeineindruck ist eine feingliederige
und elegante Katze, die jedoch nicht mager oder knochig wirken darf. Der
Kopf der Balinesen bildet ein gleichseitiges Dreieck, das über
Nase/Augen/Ohrenspitzen gezogen wird. Der Hals ist lang und schlank. Das
Profil ist lange und gerade, ohne Stopp oder Ausbuchtung und eher flach
bis leicht konvex. Die Schnauze ist zierlich und leicht spitz zulaufend,
Pinch ist nicht erwünscht. Das Kinn bildet mit der Nasenspitze eine
gerade Linie und darf weder vorstehend noch fliehend sein. Die Augen
sind von leuchtendem und dunklen Blau, orientalisch schräggestellt und
mandelförmig. Die Ohren sind gross, im Ansatz weit offen und spitz. Um
das vorhin erwähnte Dreieck zu vollenden, sind die Ohren tief
angesetzt, nämlich: der untere Ohrenansatz bildet eine gerade Linie mit
dem Mundwinkel. Der Rumpf ist schlank, röhrenförmig, lang mit guter
Bemuskelung. Weder Rippen noch Wirbelsäule sollte sichtbar sein. Die
Balinesin steht auf hohen und schlanken Beinen, hinten leicht höher als
vorn, und ihre Pfötchen sind zierlich und oval. Der Schwanz ist sehr
lange, peitschenförmig und läuft spitz aus. Im Ansatz ist er ebenfalls
schlank. Das Fell der Balinesen ist lange, jedoch nicht wollig oder
wuschelig. Seine Textur ist seidig fein und weich. Das Fell liegt eng an
und fällt weich herab. Der Schwanz wirkt wie ein Federbusch und die
Haare sind dort länger als am übrigen Körper. Es sind weder
Halskrause noch Höschen erwünscht, Unterwolle gilt als grober Fehler.
Die Fellfarbe variiert von der Point-Farbe der Balinesen. Die Points
sollten gut abgegrenzt und ohne weiße Haare sein. Flecken auf den Zehen
oder in den Points gelten als grober Fehler. Bauchfleck und Flecken in
den Flanken sind nicht erwünscht, bei älteren Tieren jedoch geduldet. |
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Rassestandard:
Kopf: keilförmig, lang, gute Proportionen, kein Pinch (Einbuchtung), kräftiges
Kinn
Ohren: passend zur Kopfform, groß, breite Basis, zugespitzt
Augen: tiefes klares Blau, leicht schräg zur Nase gestellt, nicht zu
tief liegend oder hervorstehend, mittelgroß
Maske: Abzeichenfarbe an den kältesten Regionen, Beine, Gesicht,
Schwanz klar abgegrenzt, bei jungen Katzen ist die Maske noch nicht ganz
ausgebildet und bis zu den Ohren reichend. Balinesen dunkeln im Laufe
des Lebens nach.
Hals: lang gestreckt, schlank
Körper: schlank, grazil, elegant, muskulös, Schultern passend zur Hüfte
Fell: Fließendes eng anliegendes glänzendes Seidenhaar, an der
Halskrause leicht hervorstehendes Haar, kein/kaum Unterfell.
Beine: Hinterbeine höher gestellt, proportional zum Körper
Pfoten: klein und oval
Schwanz: duftiger buschiger Schwanz, lang, passend zur Körperlänge
Charakter: Äußerst intelligent und anhänglich, gesprächig, lebhaft.
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