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Rasseportrait – die Siamkatze ©2005 Birgit Klaas Die Legende Die Siamkatzen waren im alten Siam immer selten und ihre Haltung war dem Adel und den Königshäusern vorbehalten. Eine Geschichte erzählt, dass eine Prinzessin ihre Siamkatzen besonders vergötterte. Immer wenn sie baden ging, legte sie ihren Schmuck ab und übergab ihn ihrer Lieblingskatze zur Bewachung. Die Prinzessin streifte ihre Fingerringe über den Schwanz der Siamkatze. Damit kein Ring verloren ging, bog die Siamkatze ihren Schwanz am Ende ab. So soll der für Siamkatzen bekannte Knickschwanz entstanden sein. Eine weitere Legende sagt, dass die Siamkatzen ihre Aufgaben als Beschützer der Tempelschätze sehr ernst nahmen. Sie starrten unentwegt auf die zu bewachenden Gegenstände und fingen an zu schielen, um alles auf einmal im Blick zu haben. In der Tat hatten viele der Ursprungssiamesen diesen so genannten Knickschwanz und nicht wenige davon schielten. Was damals als „Echtheit“ einer Siamkatze gewertet wurde, gilt heute als Missbildung und wird als Fehler gewertet. Die seriösen Züchter arbeiten seit langem daran, diese Missbildungen herauszuzüchten. Ursprung und Siegeszug um die Welt Im Jahre 1350:Das vermutlich älteste Katzenbuch aller Zeiten „Cat Book Poems“ bietet bereits im Jahre 1350 Illustrationen und eine Beschreibung der Seal Point Siamkatze. Die Siamkatze ist damit wahrscheinlich die älteste bekannte Rassekatze. Der Ursprung der Siamkatze liegt unbestritten im heutigen Thailand, dem alten Siam. Im Jahre 1871:Am 18. Juli 1871 fand im Londoner Crystal Palast die erste in England veranstaltete Katzenausstellung statt. Hier wurden die ersten Siamkatzen dem kritischen Publikum gezeigt. Die Reaktionen waren sehr unterschiedlich. Im Jahre 1884:Es ist bekannt, dass der englische Generalkonsul Owen Gould 1884 ein Paar siamesische Katzen von Bangkok nach England einführte und auch mit ihnen züchtete. Vermutlich waren diese Siamesen ein Geschenk des Königs von Siam. Im Jahre 1895:Die erste Katzenausstellung Amerikas wurde veranstaltet. Auch dort kannte man bereits die exotischen Maskenkatzen, die zu stolzen Preisen offeriert wurden. 1920:Das Interesse in Deutschland erwacht an dieser Rasse. 1940 – 1960:Die Siamkatzenzucht expandiert in der ganzen Welt. Mehr als 100 – 150 gemeldete Siamkatzen auf einer Ausstellung waren keine Seltenheit und die Nachfrage war sehr groß. 2005:Wenn heute 10 Siamkatzen auf einer Ausstellung zu sehen sind, ist das schon viel. Kaum eine andere Rasse reizt die Besucher so zu völliger Hingabe oder völliger Ablehnung. Das mag an den teilweise sehr überzüchteten Extrem-Siamesen liegen. Es gibt inzwischen aber sehr viele Züchter, die einen moderaten, harmonischen Typ bevorzugen und züchten. Aussehen: Selbst ein absoluter Katzen-Laie erkennt eine Siamesin. Das dunkle Gesicht mit den tiefblauen Augen, die dunklen Beine und der ebensolche Schwanz – und das elfenbeinfarbene Körperfell sind seit über 500 Jahren bekannt. Die Siamesin ist eine schlanke, elegante Rasse. Sie ist muskulös, geschmeidig und sehr beweglich. Der Kopf sollte ein harmonisches Dreieck bilden. Bei extremen Siamesen sitzen die Ohren oft zu tief und bei Thai Katzen zu hoch, so dass der Eindruck des Dreiecks nicht mehr gegeben ist. Die Augen sollen tiefblau und leicht orientalisch schräg gestellt sein. Sie sollen sich harmonisch in das Dreieck des Kopfes einfügen. Die Beine und der Schwanz sollen schlank und elegant sein. Das Fell ist kurz und ohne Unterwolle. Deshalb ist die einzige Fellpflege, die eine Siamesin braucht, vielleicht ein Überwischen mit dem feuchten Fensterleder vor einer Ausstellung. Die Siam ist eine mittelgroße Katze. Die Mädchen erreichen ca. 3 Kg –die Kater ca. 4 Kg. Der Kontrast zwischen den dunklen Points und dem Körper soll so deutlich wie möglich sein. Die bekannteste Farbe ist die Seal Point (fast schwarze Abzeichen und elfenbeinfarbiges Körpferfell). Es gibt die Siam aber heutzutage in sehr vielen Farben – neuerdings auch mit weißen Flecken. Die Siam-Babys werden immer ganz weiß geboren. Die kühleren Körperpartien färben sich erst im Laufe der ersten Lebenswochen dunkel. Charakter: Wenn man sich zum Leben mit einer Siamkatze entschließt, sollte man schon etwas Katzen-Erfahrung haben. Die Siam ist das Vollblut unter den Rassekatzen. Sie ist extrem menschenbezogen und sehr auf „ihre“ Menschen fixiert. Das bedeutet, dass sie bei fremden Besuchern erst mal Abstand hält oder sich gar nicht zeigt. Sobald die „Eindringlinge“ wieder verschwunden sind, wird wieder gespielt, geschmust und erzählt, als sei nichts gewesen. Sie ist die Familienkatze und liebt Kinder, Hunde und am liebsten natürlich andere Katzen. Der Charakter der Siam ist geprägt von Neugierde, Eigensinn, Gelehrigkeit und Intelligenz. Siamesen lernen spielend an der Leine zu gehen, Türen zu öffnen, das Menschenklo zu benutzen und noch viele andere Dinge, die sie sich einfach abschauen. Des Weiteren ist sie sehr gesprächig. Eine Siamesin hat so viele Töne und Lautstärken auf Lager, dass sie ganze Unterhaltungen führen kann. Siamesen suchen ständig Körperkontakt – mit ihren Katzenfreunden oder noch lieber mit ihren Menschen. Siamesen liegen am liebsten übereinander – und nicht nebeneinander. Es reicht nicht, nur auf dem Schoß zu liegen – unter der Jacke oder unter der Decke kommt man ja noch näher an Frauchen ran… Man kann einer Siamesin einfach nichts abschlagen – außerdem setzt sie früher oder später sowieso mit umwerfendem Charme ihren Willen durch. Viele Siamkatzen lieben es, auf der Schulter ihres Menschen zu liegen und so immer dabei zu sein. Egal ob ich nun koche, lese oder schreibe – eine von meinen Siamesen liegt immer auf mir. Dass mir dabei die Ohren geputzt und die Haare angeknabbert werden, manchmal auch ein Biss in die Wange folgt – das ertrage ich völlig ergeben. Wer einmal Eigentum einer Siamesin war, möchte es nie wieder missen. Siamesen schließen sich sehr eng an ihre Menschen an. Dies ist ein Grund, warum sie nicht alleine gehalten werden sollten. Wenn ihre Menschen außer Haus sind, leidet die Siam furchtbar, wenn sie keinen kätzischen Freund hat. Ein weiterer Grund für eine zweite Katze ist die Eifersucht. Eine alleinstehende Person mit einer Siamkatze könnte böse Überraschungen erleben, wenn die Katze den neuen Partner aus Eifersucht attackiert oder seine Kleidung verwüstet. Ebenso kommt es beim Tod der Bezugsperson sehr oft zu völliger Futterverweigerung und somit zum Tod der Katze. Die Siam ist ein wahrer Athlet – wobei sie ihre Kunststückchen lieber am Boden zeigt. Sie ist keine Kletter-Katze, sonder tobt lieber ebenerdig. Ihr Kratzverhalten ist auch anders als das anderer Rassen: schnell, fanatisch, voller Energie und Wonne wird meistens an waagerechten Flächen gekratzt (also am Boden des Kratzbaum-Bettchens oder am flach liegenden Kratz-Brett). Siamkatzen werden sehr alt – 20 Jahre sind keine Seltenheit. Die Verspieltheit lässt auch im Alter nicht nach. Wenn man die eigenständige Präsenz einer Katze sucht, so ist die Siamkatze die Richtige. „Einmal eine Siamkatze – immer eine Siamkatze“ – das ist eine altbekannte Weisheit unter den Siam-Fans. Siam Katzen in der Zucht Wer mit dem Gedanken spielt, Siamkatzen zu züchten, sollte einen Züchter besuchen, der eine rollige Siamdame hat. Es ist kaum zu glauben, zu welchen stimmlichen Höchstleistungen eine rollige Siam oder ein liebeshungriger Kater fähig sind. Ein freistehendes Eigenheim ist Grundvoraussetzung, wenn man es sich nicht mit allen Nachbarn verderben will. Und für die Nachrichten oder zum Fernsehen ist ein Kopfhörer zu empfehlen. Apropos Sexualleben: Alle orientalischen Rassen sind überaus frühreif. Rolligkeiten mit 5 Monaten oder Deckungen von 6 Monate alten Katern sind keine Seltenheit! Siamkatzen sind sehr gute Mütter, die die Babys mit aller Kraft bewachen und beschützen. Sogar mein Mann hatte Respekt vor einer Siamesin mit Neugeborenen, die wie eine Furie auf ihn zuschoss. Sie hat nur gewarnt – aber das deutlich. Erbdefekte Zu den – trotz sorgfältiger Zucht - immer noch auftretenden Defekten zählen der Knickschwanz und das Schielen, wobei der Knickschwanz bei allen Katzenrassen vorkommen kann. Bei den Siamesen speziell kommt noch der Sternumfehler vor. Dabei ist am unteren Rippenbogen ein Knubbel am Brustkorb zu fühlen. Diese Verdickung des Knorpels ist ein zuchtausschließender Grund – aber er belastet die Katze in keinster Weise und ist auch keine Gefahr für die Gesundheit.
dieses Rasseportrait ist mit meiner Erlaubnis auch in dem großen Katzenforum Mietz Mietz und bei Katzennatur.de veröffentlicht worden
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