|

© Birgit Klaas
I - das Inhibitor-Gen - Silber
Der Melanin-Inhibitor hemmt die Pigmententwicklung im Fell. Er hat seinen
größte Einfluß in den Farb-Flächen, die am geringsten mit Pigment versehen
sind - also die Agouti-Flächen zwischen den intensiv gefärbten Tabby-Mustern.
Das gelbe Pigment wird gehemmt und diese Flächen sehen silbrig-weiß aus.

Von links nach rechts sieht man an diesen Haaren die unterschiedliche
Wirkung des Gens I. Haar 1 zeigt nur an der äußersten Spitze Pigment. Diese
Katzen wirken wie mit einem Hauch Farbe überzogen auf sonst weißem
(silbernen) Fell. Diese Farbe wird Chincilla genannt.
Bei Haar 2 ist die Spitze etwas mehr pigmentiert und bei Haar 3 ist nur
wenig von der Unterwolle silberfarben - der Rest des Haares ist pigmentiert.
Haar 3 zeigt die Farbe Smoke. Smoke wirkt besonders bei Langhaarkatzen
sehr schön und zeigt bei der Grundfarbe schwarz einen tollen Kontrast. In
Ruhe sehen diese Katzen schwarz aus, nur bei Bewegung blitzt die silberne
Unterwolle hervor.
Beí Haar 4 sieht man die Bebänderung des Haarschaftes - die Katze ist also
Tabby und wird durch den Melanin-Inhibitor silber-tabby.
Wir verpaaren einen silber tabby Kater, der non-agouti trägt, mit einem
schwarzen Mädchen. Der Kater hat den Genotyp II (für silber) und Aa (tabby,
trägt non-agouti). Das Mädchen hat den Genotyp nicht silber ii und aa (für
non-agouti).

Wir bekommen folgende Babys:
AaIi = Das Baby ist agouti - also tabby und trägt non-agouti und es ist
Silber, da das dominante Gen I vorhanden ist. Es trägt i - also nicht-silber.
Die dominanten Gene machen dieses Baby zu einem silber tabby Baby.
aaIi = Das Baby ist non-agouti, da es die beiden rezessiven Gene a hat und
es ist silber, da es das dominante Gen I hat. Die Farb-Variante non-agouti
und silber nennt sich smoke.
Nun verpaaren wir einen mischerbig silber-tabby Kater Aa Ii mit einer
schwarzen Katze aa ii.

Der Kater mit dem Genotyp Aa Ii kann 4 verschiedene Kombinationen an Genen
vererben - AI, Ai, aI oder ai. Die Mutter ist reinerbig für agouti und
reinerbig für nicht-silber aa ii. Sie kann nur die Kombination ai vererben.
In der Tabelle sehen wir, daß Babys in silber tabby und black tabby, sowie
in black smoke und black fallen könnten.
T - das Tabby-Gen
Das Tabby-Muster besteht aus schwarzen Streifen auf einer gelblich-grauen
Grundfarbe. Fast alle Wildkatzen sind Tabby - diese Musterung dient
den Wildkatzen zur Tarnung und hat sich daher in der Evolution durchgesetzt.
Es gibt eine Nicht-Tabby-Tiere. Bei Vorhandensein der Gene aa (Non-Agouti)
wird diese Tabby-Zeichnung lediglich unterdrückt. Allerdings geschieht das
oft nicht vollständig, so dass auch bei einer rein schwarzen Katze je nach
Lichteinfall ein Tabby-Muster zu erkennen ist. Bei der roten Non-Agouti
Katze wird es noch deutlicher - sie hat immer eine sichtbare Tabby
Zeichnung. Nur bei über Jahre hinweg auf Zeichnungs-Freiheit selektierten
Zuchttieren gibt es Katzen, die rot sind und keine Zeichnung aufweisen.
Die Natur hat sich dabei gedacht, dass Rot eine so auffallende Farbe ist,
dass sie durch die Zeichnung getarnt werden muss.
Die Tabby Zeichnung bildet verschiedene Muster, die sich untereinander wie
folgt verhalten:
1. Ta (Abessinier Tabby, getickt)
Ta ist dominant über alle anderen Tabby-Gene. Bei dem Abessinier Tabby zeigt
der Körper die typische getickte Agouti-Farbe ohne Streifenzeichnung.
Die reinrassige Abessinier TaTa ist selektiert worden, bis sie
zeichnungsfrei war. Die Mischformen TaT oder Tatb weisen hingegen
Streifenmuster an den Beinen und am Schwanz auf.
2. T (mackerel Tabby, getigert)
T ist die Wildform des Tabbys. Die Zeichnung zeigt feine Streifen an den
Beinen und am Schwanz und ein Streifenmuster am Körper. Alle Tabby-Varianten
(außer dem TaTa) zeigen das Tabby-"M" auf der Stirn der Katze, die
Kajal-Striche um die Augen und die feine Linie um den Nasenspiegel, sowie
den "Daumenabdruck" auf dem Ohr und das hellere Kinn.
3. tb (classic oder blotched Tabby, gestromt)
tb ist rezessiv zu T und Ta. Die classic Tabbys haben breitere Streifen an
den Beinen und am Schwanz und zeigen auf den Flanken ein Rädermuster. Die
Tabby-Merkmale im Gesicht sind die selben wie bei T.
4. ts (spotted oder getupft)
Das vierte Tabby-Muster zeigt Tupfen auf dem Körper. Ob es sich um ein
eigenes Gen ts handelt, ist derzeit noch nicht eindeutig geklärt. Es könnte
sich auch um eine veränderte Mackerel-Zeichnung handeln. Vermutlich sind
mehrere Gene an diesem Muster beteiligt - man nennt das "poly-genetisch".
Vielleicht bringen neue Gen-Tests bald die endgültige Klärung dieser Frage.
S - das Scheckungsgen - Weißscheckung
Katzen mit weißen Pfötchen oder einem weißen Latz sind außerordentlich oft
anzutreffen. Diese Weißscheckung vererbt sich dominant - d.h. zwei
Elterntiere ohne weiß werden keinen Nachwuchs mit weißen Pfötchen bekommen
und andersrum - ein Baby mit weißen Pfötchen und einem weißen Latz hat mind.
ein Elternteil mit so einer Weißfärbung.
Ein Teil der Vererbung der Weißscheckung ist auf Zufälligkeiten in der
Entwicklung zurückzuführen, aber die Scheckung folgt im Großen und Ganzen
folgenden Stufen:
1. die minimalste Weißscheckung ist ein weißer Bauchfleck, danach kommt ein
weißer Kehlfleck hinzu
2. weiße Flecken am Bauch und weiße Pfötchen
3. der Bauch und der Latz sind weiß und weiße Pfötchen
4. es kommt weiß im Gesicht hinzu
5. usw. bis zur High-White, eine fast weiße Katze mit nur noch Farb-Flecken
am Kopf und am Schwanz. Diese Farb-Varietät wird bei den Persern z.B.
Harlekin oder Van-Zeichnung genannt - je nach Anteil der Farb-Flächen.
Bei einer Verpaarung von Ss und Ss entstehen reinerbige Babys SS. Diese
weisen einen deutlich höheren Weiß-Anteil auf wie ihre Eltern, so daß man
davon ausgehen kann, daß sich der Weißanteil in diesen Fällen summiert.
|