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© Birgit Klaas
Johann Mendels Wissen über die Gesetze der Vererbung
geriet jahrzehntelang in Vergessenheit. Erst um 1900 entdeckten einige
Forscher diese Gesetze neu und bestätigten sie.
Die Ergebnisse jahrelanger Forschung lassen sich folgendermaßen
zusammenfassen:
Die gesamten Erbanlagen befinden sich im Zellkern und sind auf Chromosomen
angeordnet. Diese Chromosomen sehen aus wie leicht verbogene X und sind
lange, fadenförmige Gebilde.
Beim Menschen verteilt sich das gesamte Erbmaterial auf 46 Chromosomen, bei
der Katze sind es 38.
Jedes Chromosom ist doppelt angelegt.
Grosse Ausnahme sind die Geschlechtszellen. Diese enthalten nur je ein
Exemplar aller Chromosomen - also nur einen halben Chromosomensatz. So
ist sichergestellt, dass bei der Befruchtung - der Vereinigung einer Samen-
und einer Eizelle - ein neuer vollständiger Chromosomensatz entsteht. Wobei
von jedem neu gebildeten Chromosomen-Paar ein Chromosom vom Vater und ein Chromosom von der
Mutter stammt.
Die Geschlechtszellen eines weiblichen Embryos werden als XX bezeichnet, die
eines männlichen Embryos als XY.
Da in der Geschlechtszelle nur ein halber Chromosomensatz vorhanden ist,
entstehen bei Mädchen Eizellen mit einem X und bei einem Jungen Samenzellen
mit einem X oder einem Y. Je nachdem, welche Samenzelle eine Eizelle
befruchtet, entsteht ein weiblicher oder ein männlicher Embryo.
Um nun vorher zu berechnen, wie die Nachkommen aussehen werden, legen sich
Genetiker Tabellen an. In der oberen Leiste werden alle Gene aufgeführt, die
der
Vater vererben könnte - bei den Geschlechtschromosomen also entweder ein X
oder ein Y und in der senkrechten Spalte werden alle Gene aufgeführt, die
die Mutter vererben könnte - bei den Geschlechtschromosomen zweimal ein X.
In den Feldern senkrecht mal waagerecht ergeben sich dann die zukünftigen
Babys. Sie erben jeweils ein Gen vom Vater und ein Gen von der Mutter.

Bei der Vererbung der Geschlechtschromosomen ergibt die Tabelle also eine
50%ige Chance, dass Mädchen entstehen und eine 50%ige Chance, dass Jungen
entstehen.
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