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© Birgit Klaas
Das für die Rotfärbung der Katze verantwortliche Gen
wird mit "O" (wie orange) bezeichnet.
Die Besonderheit dieses Rot-Gens ist, dass es mit dem
X-Chromosom gekoppelt ist. Alle anderen Farbgene sind frei vererbbar - das
Rot-Gen wird immer zusammen mit dem X-Chromosom vererbt, falls es vorhanden
ist. Man macht durch die Schreibweise XO oder X deutlich, ob ein rotes oder
ein nicht-rotes X vorliegt.
Wenn auf dem X-Chromosom ein "O"-Gen sitzt, wird die Farbe zu rot
umgewandelt (mit rot ist die Grundfarbe gemeint - das schließt creme usw.
mit ein). Ist kein "O" Gen vorhanden, ist die Grundfarbe schwarz.
Wir erinnern uns, dass eine weibliche Katze zwei X-Chromosomen hat (XX) und
ein Kater ein X und ein Y Chromosom (XY) (siehe Genetik Kapitel XY).
Für die Farbe rot, die auf dem X-Chromosom sitzt und mit ihm zusammen
vererbt wird, bedeutet das nun:
- dass eine Kätzin zwei rote X besitzen könnte
- dass eine Kätzin zwei nicht-rote X besitzen könnte
- dass eine Kätzin ein rotes und ein nicht-rotes X
besitzen könnte
- dass ein Kater ein rotes X besitzen könnte
- dass ein Kater ein nicht-rotes X besitzen könnte
Bei der Kätzin, die zwei rote X besitzt, werden alle
Farb-Pigmente in rot umgewandelt – dieses Mädchen ist rot (oder alle
Varianten von rot)
Bei der Kätzin, die zwei nicht-rote X besitzt, ist die
Grundfarbe schwarz (alle Varianten wie silber, blau, weiß-Scheckung
eingeschlossen)
Die Kätzin, die ein rotes und ein nicht-rotes X
besitzt, ist ein Sonderfall. Bei ihr werden in Teilbereichen die schwarzen
Pigmente zu rot umgewandelt und in Teilbereichen nicht. Diese Mädchen ist
schildpatt – auch Glückskatze oder tortie genannt.

Bei einem Kater gibt es nur die Variationen rotes X
oder nicht-rotes X, da ein Kater nur ein X-Chromosom hat. Das Y ist farblos.
Ein Kater mit einem roten X ist rot und ein Kater mit einem nicht-roten X
ist schwarz (und alle Abwandlungen davon).
Nun ist auch verständlich, warum es keine
Schildpatt-Kater gibt. Für die Farbe schildpatt müssen zwei X Chromosomen
vorhanden sein – ein rotes und ein nicht-rotes.
In ganz seltenen Ausnahmefällen geht bei der
Befruchtung etwas schief und es entstehen Kater mit zwei X und einem Y (XXY)
oder sogar mit drei X und Y (XXXY) Chromosomen. Dieses Klinefelter Syndrom kommt auch
beim Menschen vor. Da diese Kater nun mehr als ein X haben, können sie auch
die Farbe schildpatt haben. Allerdings sind diese Kater fast immer
zeugungsunfähig.
In Beispiel 1 verpaaren wir eine schwarze Kätzin (XX)
mit einem roten Kater. XOY)

Die Mädchen hätten als Geotyp alle XO X und die Kater
hätten als Genotyp X Y. Die Mädchen wären also alle schildpatt und die Kater
schwarz.
In Beispiel 2 verpaaren wir eine rote Kätzin (XO XO)
mit einem schwarzen Kater (X Y).

Bei dieser Verpaarung sind alle Mädchen schildpatt und
alle Kater rot (vergleiche mit Beispiel 1!)
In Beispiel 3 verpaaren wir ein schildpatt Mädchen (XO
X) mit einem roten Kater (XO Y)

Bei dieser Verpaarung können sowohl rote als auch
schildpatt Mädchen fallen und rote und schwarze Kater.
Und der Vollständigkeit halber verpaaren wir noch eine
schildpatt Kätzin (XO X) mit einem schwarzen Kater (X Y)

Hier können Mädchen in schildpatt und schwarz und Kater in rot und schwarz
fallen.
Bez. der Vererbung der Farbe rot kann man sich den Grundsatz merken:
Kater haben immer die Farbe der Mutter.
Ist die Grundfarbe der Mutter schwarz, wird sie nur schwarze Kater bekommen,
ist die Grundfarbe rot, wird sie nur rote Kater bekommen.
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