Katzenallergie

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Immer wieder liest oder hört man, dass Katzen auf Grund einer Katzenallergie abgegeben werden sollen. Sobald eine Katzenallergie festgestellt wird, gibt es von den Allergologen nur ein „Allheilmittel“ – das Weggeben der Katze.  Ich selber habe seit 1993 eine Katzenallergie und habe mich von Anfang an geweigert, meine Lieblinge abzugeben. 

Es geht aber auch anders!  Ich möchte hier ein paar Infos geben und den Allergikern Mut machen.  

Was für allergische Symptome gibt es?

Die leichteren Symptome sind allergischer Schnupfen, Niesen und gerötete Augen. Etwas schlimmer wird es, wenn asthmatische Probleme auftreten. Ein weiteres Symptom ist, dass Kratzer von den Katzen stark anschwellen und stark jucken. 

Wodurch entsteht die Allergie?

Die Katzenallergie besteht auf die Eiweißstoffe im Speichel der Katze (Katzenallergen Fel d 1). Nicht - wie viele glauben - auf die Haare. Auf die Haare reagiert der Allergiker nur, weil dort Speichel durch das Putzen der Katze vorhanden ist.  Diese Eiweißstoffe sind so mikroskopisch klein, dass sie sich über die Luft im ganzen Haus verteilen. Man ist nirgendwo vor ihnen sicher.  

Katze abgeben – und das das Problem ist behoben?

Mit Sicherheit nicht. Die winzig kleinen Allergene können nicht aus der Wohnung entfern werden. Auch nicht durch die gründlichste Renovierung oder das Anschaffen von neuen Möbeln. Selbst wenn im Haus niemals eine Katze vorhanden war, sind Allergene dort zu finden.  In der U-Bahn, dem Bus, dem Wartezimmer, der Schule – überall sind diese Allergene – ähnlich wie Pollen -  zu finden. Spitzenwerte fand man z. B. in der Polsterung von Kinositzen.

In den meisten Fällen ist aber gar nicht die Katze das Hauptproblem – sondern die Hausstaubmilbe. Die Hausstaubmilbenallergie ist bei fast allen Katzenallergikern viel stärker ausgeprägt! 

Gibt es „allergen-freie“ Rassen?

Nein – auch die haarlose Sphynx putzt sich und verteilt ihren Speichel über den Körper. Und auch die Rex Katze mit lockigen Haaren oder die Sibirer, von denen man von manchen (geschäftstüchtigen ?) Züchtern liest, dass sie angeblich keine Allergien auslösen, haben Speichel und somit  Allergene. 

Gibt es Unterschiede bei den Katzenrassen?

Ja - die Zusammensetzung des Speichels ist hormonabhängig und von Rasse zu Rasse unterschiedlich – und auch von Kater zu Katze. Ebenso von potentem zu kastriertem Tier. Man kann also sehr wohl auf eine Hauskatze allergisch reagieren – und auf einen Perser nicht – oder man reagiert auf eine Maine Coon und bei einer Siamesin passiert nichts. Man kann durch eine Speichelprobe der Katze und eine Blutentnahme von sich selbst beim Allergologen austesten lassen, ob man auf den entsprechenden Speichel reagiert.

Das stärkste Allergen produzieren potente Kater. Freilaufkatzen wirken noch allergener, weil sie zu ihrem Eiweiß noch jede Menge Pollen mit in die Wohnung bringen.  Manchmal wird auch behauptet, dass schwarze Katzen besonders allergen wirken. 

Welche Möglichkeiten gibt es, trotz Allergie Katzen zu halten?

Umgebung:

So wenig Teppiche und Staubfänger wie möglich – feucht wischen ist am Besten. Der Staubsauber ist eine wahre Allergen-Schleuder und sollte auf jeden Fall Allergie-Filter besitzen. Das Schlafzimmer sollte so allergen-frei wie möglich bleiben; die Katze sollte also Schlafzimmer-Verbot erhalten. Getragene Kleidung nicht im Schlafzimmer liegen lassen – sondern z.B. im Bad. Ein Luftfilter ist super, weil er auch Pollen und andere Allergene aus der Luft filtert. 

Katze:

Die Katze sollte nicht nach draußen dürfen, damit sie nicht noch jede Menge Pollen mit reinbringt.  Die einfachste Möglichkeit, das Allergen bei der Katze zu reduzieren ist, die Katze regelmäßig zu baden. Oder sich eine Katzenrasse zu suchen, auf die man nicht reagiert.  (wenn die Katze schon da ist – erübrigt sich dieser Punkt natürlich). Dann gibt es da noch eine Art Spray. Es heißt ALLERPET und wird der Katze in das Fell gerieben (ist für die Katze völlig unschädlich). Es verhindert bzw. reduziert die Bildung von Allergenen.  

Medikamente:

Es gibt  einige homöopathische Medikamente, die bei Allergien helfen - und wenn es ganz schlimm ist, dann helfen einfache  Heuschnupfenmedikamente.  Am besten verträglich sind hier Nasensprays und Augentropfen mit Chromoglycinsäure. Sie haben kaum Nebenwirkungen und können z.B. von Pollenallergikern monatelang täglich ohne Probleme benutzt werden. Oder auch die frei verkäuflichen Anti-Histamintabletten. Am besten in der Apotheke beraten lassen. Gegen die juckenden Kratzer auf der Haut hat sich Rescue-Salbe bewährt. 

Schulmedizin:

Hier gibt es neben den o.g. Medikamenten noch die Möglichkeit der Hyposensibilisierung beim Allergologen. Dabei werden kleinste Mengen des Allergens unter die Haut gespritzt, bis der Mensch sich an das Allergen gewöhnt hat. Ein  großer Nachteil ist, dass die Katze während der gesamten Therapie weggegeben werden muss. Wenn der Allergologe das Serum gespritzt hat und der Allergiker Kontakt zu seiner Katze hat, kann das einen tödlichen Allergieschock auslösen. 

Alternative Medizin:


Eine Möglichkeit ist die Eigenblutbehandlung. Der Nachteil ist, dass sie das Immunsystem nur so lange stimuliert, wie sie andauert. Sobald man damit aufhört, ist der Effekt weg.

Eine  andere alternative Heilmethode ist die Bioresonanztherapie, die wohl bei Allergien auch schon gute Erfolge gezeigt hat. Oder eine homöopathische Behandlung bei einem klassischen Homöopathen.

Forschung:

3/2005 - US-Forscher haben einen Weg gefunden, gezielt Immunzellen zu unterdrücken, die auf Allergene von Katzen reagieren. Dazu haben die Forscher um Dr. Andrew Saxon aus Los Angeles ein Eiweißmolekül konstruiert, das allergiespezifische Rezeptoren auf basophilen Granulozyten miteinander vernetzt und so die Freisetzung von Histamin verhindert.

Im Tierversuch entwickelten Mäuse, die sonst allergisch auf das Katzenallergen Fel d1 reagierten, nach der Behandlung mit dem Eiweißmolekül keine allergische Atemwegsentzündungen (aktuelle Online-Ausgabe von "Nature Medicine"). Zudem verhinderte das Protein die Freisetzung von Histamin aus sensibilisierten Mastzellen, die aus dem Blut von Menschen isoliert worden waren. Dieser Therapie-Ansatz könnte auch gegen Nahrungsmittel-Allergien genutzt werden.

Das Eiweißmolekül ist ein Fusionsprotein, das aus einem Fragment des humanen IgG und dem Katzenallergen Fel d1 (Felis domesticus) besteht. Das Molekül vernetzt spezifisch Rezeptoren für Immunglobulin E (IgE) auf der Zelloberfläche. Folge ist, daß IgE-getriggerte allergische Immunreaktionen ausbleiben. (Ärzte Zeitung, 29.03.2005) 

Gar nichts tun ;-))

In ganz vielen Fällen ist es so, dass man sich im Laufe der Jahre selber hyposensibilisiert. Wenn man laufend Kontakt zum Allergen hat, gewöhnt sich der Körper daran. 

Das Entscheidendste ist DAS WOLLEN. Wenn man seine Katze liebt und auf gar keinen Fall weggeben will – dann findet man einen Weg. Lasst euch von den Allergologen keine Angst machen!  Es ist nachgewiesen, dass nur jeder 5. Katzenallergiker sein Tier abgibt – also leben 4 von 5 Allergikern weiter mit ihren Tieren zusammen.  Nur Mut!

Sollte man sich bei einer vorliegenden Katzenallergie Katzen neu anschaffen?

Wenn die Katzen da sind und es stellt sich eine Allergie ein, bin ich dafür alles zu unternehmen, um die Katzen halten zu können.

Ist allerdings eine Katzenallergie bekannt und es sind noch keine Katzen in der Familie, würde ich mir die Anschaffung äußerst gründlich überlegen und ich würde dazu raten, keine Katzen anzuschaffen. Zum einen finde ich es den Tieren gegenüber äußerst unfair, sie anzuschaffen und "auszuprobieren" ob man mit der Allergie leben kann - und die Tiere dann wieder abzugeben, wenn es nicht klappt.

Zum anderen sollte man sich vor Augen halten, daß eine Allergie auch schlimmer werden kann und zum allergischen Asthma werden kann - und damit lebensbedrohlich. Wenn also noch keine Katzen da sind, sollte man sich gründlich überlegen, ob man nicht besser ein anderes Haustier halten möchte.

 

Copyright © Birgit Klaas

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