die Entwicklung eines Siambabys

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Die Entwicklung eines Siam-Babys von der Deckung bis zum Auszug.         (C) Birgit Klaas

Dies ist meine Balinesin Arwen. Als sie rollig wurde, durfte sie sich zwei Tage lang mit ihrem Lover vergnügen. Länger sollte eine Katzenhochzeit nicht dauern, da bei jeder Deckung durch die Widerhaken am Katerpenis ein Eisprung ausgelöst wird. Wenn der Kater z.B. noch am 4. Tag eine Eizelle befruchtet, könnte dieses Kitten bei der Geburt im Vergleich zu den Geschwistern unterentwickelt sein.
Dies ist Arwen 63 Tage nach der Deckung. Etwa drei Wochen nach der Deckung verfärben sich die Zitzen rosa. Ab diesem Zeitpunkt kann auch der Tierarzt per Ultraschall eine Trächtigkeit nachweisen - aber der aufmerksame Blick des Züchters ist genau so zuverlässig. Bei Schlankrassen wie den Orientalen fällt schon ab der 4. Woche der birnenförmig vergrößerte Bauch auf.

Ab dem 50. bis 53. Tag der Trächtigkeit kann ein Tierarzt mit einer Röntgenaufnahme die genaue Anzahl der Babys anhand der sichtbaren Wirbelsäulen erkennen. Das ist allerdings auch nur dann ganz sicher, wenn nicht zwei Babys hintereinander liegen und sich verdecken. Da Röntgenstrahlen immer eine Gefahr darstellen, sollte nur dann geröntgt werden, wenn es absolut notwendig ist.

 

Ab der 7. Woche der Trächtigkeit bewegen sich die Babys schon fühlbar. Ab ca. einer Woche vor der Geburt rutschen die  Babys ab - wenn die Kätzin vorher wie ein kleines Lasteselchen ausgesehen hat und die Babys in Höhe der Wirbelsäule lagen, hängen sie nun unten am Bauch. Dadurch wird z.B. das Saubermachen nach dem Toilettengang sehr beschwerlich.

Einen Tag vor der Geburt schießt die Milch ein und die Zitzen werden dick und prall. Wenn man sie vorsichtig massiert, kann man schon Milch raus drücken.
Die Trächtigkeit dauert bei Hauskatzen und Schlankrassen ca. 63 Tage - die Langhaar-Fraktion ist hier etwas langsamer - sie können gut bis 68 Tage brauchen. Alles zwischen 58 und 71 Tagen ist noch als normal anzusehen.

Ich rechne immer 66 Tage ab der 1. Deckung und liege meistens richtig. Einen Tag davor und einen Tag danach nehme ich immer Urlaub. Ca. eine Woche vor der Geburt zieht die Kätzin dann mit der Wurfkiste und meinem Geburtsköfferchen ins Schlafzimmer um, damit sie Ruhe hat und ich auf jeden Fall bei der Geburt dabei bin.

Meine Tierärztin und mein Tierheilpraktiker sind über die anstehende Geburt informiert und jederzeit für mich erreichbar. Das ist zwar nur sehr selten notwendig - aber beruhigt sehr.

 

Geburt:

Kurz nachdem das Fruchtwasser abgegangen ist, kommt das erste Baby. Instinktsichere Katzen beginnen dann, die Fruchthülle zu öffnen und das Baby zu putzen, um den Kreislauf zu aktivieren. Sobald die Nachgeburt da ist, wird sie von der Kätzin gefressen. Dabei arbeitet sie sich kauend zum Baby hoch. Durch das Kauen wird die Nabelschnur praktisch blutleer. Ich halte immer nur meine Hand über das Baby, damit nicht zu kurz abgenabelt wird. Ca. 2 cm finde ich optimal.

Dann halte ich das Baby an mein Ohr, um zu hören, ob es Geräusche beim Atmen macht. Wenn das der Fall ist, ist es sein Fruchtwasser noch nicht ganz losgeworden. Die sanfteste Methode ist, den Zwerg kopfüber zu halten und ihn schreien zu lassen. Alle Versuche mit Ausschütteln oder Ausschlagen schleudern das Gehirn eines Neugeborenen hin und her und sollten auf jeden Fall unterlassen werden! Bei einem menschlichen Neugeborenen wird das Köpfchen "in Watte gepackt" und das sollte bei einem Katzenbaby genau so gehandhabt werden.

Ca. eine Stunde nach dem letzten Baby stelle ich die Kätzin hin und taste sie ab, ob noch ein Baby zu erwarten ist. Man fühlt sehr gut, wenn noch ein Köpfchen da ist.

Gewicht: 94 Gramm

Hier sind die Babys 4 Tage alt und sehen schon viel besser aus als direkt nach der Geburt. In den ersten beiden Tagen sollte die Mutterkatze mit ihren Babys ganz in Ruhe gelassen werden. Nur in dieser Zeit können die Babys die wichtige Kolostralmilch mit den Antikörpern verwerten und das ist ganz wichtig für ihre Immunabwehr. Nach dieser Zeit lässt ihr Darm diese Stoffe nicht mehr durch. Die Zusammensetzung der Milch ändert sich nach drei bis vier Tagen. Die Kolostralmilch ist auch leicht abführend, damit die Babys ihr "Darmpech" - ihren ersten Kot - loswerden. Leichter Durchfall in den ersten zwei Tagen ist nicht schlimm (sollte dann aber vorbei sein).

Die Siamesen werden ganz weiß geboren. Erst nach und nach färben sich die typischen Abzeichen an den kalten Körperstellen. Wenn man genau hinsieht, kann man schon einen farbigen Rand am Öhrchen erkennen. Die erste Farbe, die sichtbar wird, ist seal point, danach folgt blue point. Chocolate und Lilac brauchen einige Tage länger.

Gewicht: 136 Gramm - etwa 10 Gramm Zunahme pro Tag

 

Bei einem Wurf Siamesen ist es natürlich schwierig, die Babys auseinander zu halten, da alle weiß sind. Ich verwende Nagellack, um die Krallen zu markieren. Meine Babys heißen in der ersten Zeit immer "vorne links" "hinten rechts" etc ;-))

Ob Kater oder Mädchen kann man bereits direkt nach der Geburt unterscheiden. Bei Jungen liegen die beiden Öffnungen weiter auseinander und sehen aus wie zwei Punkte. Bei Mädchen liegen die Öffnungen sehr nah beieinander und bilden ein umgedrehtes Ausrufezeichen.

 

 

eine Woche alt:

Die  Orientalen sind immer etwas schneller als andere Rassen - die Babys haben schon mit einer Woche die Augen geöffnet und teilweise kommen ganz besonders neugierige Zwerge schon mit offenen Augen zur Welt.

Zu Anfang können die Augen bei den Zwergen schon mal verkleben. Dann benutze ich Abschmink-Pads (weil die nicht fusseln), warmes Wasser und Augentrost (aus der Apotheke - Euphrasia extern). Und damit wische ich  gaaaanz vorsichtig von Außen nach Innen über die Äuglein bis die Verklebung entfernt ist. Bitte keine Kamille nehmen - da sind kleinste Fasern enthalten, die noch zusätzlich reizen könnten.

Gewicht: 186 Gramm - etwa doppeltes Geburtsgewicht

zwei Wochen alt:

Die Öhrchen und Näschen färben sich weiter und die seal point Babys sind schon sehr gut zu erkennen.

 

Gewicht: 280 Gramm
 

drei Wochen alt:

Mit drei Wochen wagen die Babys schon mal einen neugierigen Blick nach draußen und besonders neugierige verlassen schon die Wurfkiste um sich im Laufstall umzusehen.

Der Laufstall besteht aus 60 cm hohem Plexi-Glas. In ihm befindet sich die Wufkiste, Baby-Toiletten, eine Korkröhre für die ersten Kletterversuche, ein kleiner Kratzbaum und natürlich mehrere Kuschel-Plätze. In diesem Laufstall können die Babys ganz gefahrlos ihre kleine Welt erkunden.

Gewicht: 382 Gramm

vier Wochen alt:

Ausflüge in den Laufstall gehören jetzt zum normalen Tagesablauf. Hin und wieder setzen die Babys nun schon selbständig Urin und Kot ab - bisher hat Mama immer durch das Lecken das Absetzen angeregt und alle Ausscheidungen beseitigt.

Nun beginnt die Zeit, in der die Babys lernen müssen, nicht im Futter zu schlafen, die Katzenstreu zu fressen und in die Wurfkiste zu pieseln.....( bei Kitten niemals feine Klumpstreu verwenden!!!! Die könnte in Magen oder Darm verklumpen)

Gewicht: 466 Gramm

5 Wochen alt:

Mit 5 Wochen begreifen die Babys so langsam, wozu eine Katzentoilette gut ist.

Das ist auch die Phase, in der sie sich langsam für Mamas Futter interessieren. Viele Züchter machen eine merkwürdige Wissenschaft daraus. Da gibt es Miluvit Babybrei mit Gries oder Hipp Babygläschen mit Huhn und Gemüse und andere exotische Geheimrezepte. Katzen sind Raubtiere und Fleischfresser und in der Natur gäbe es als erste Nahrung Maus und nichts anderes....
Bei uns werden die Babys deshalb natürlich ernährt und bekommen oft rohes Fleisch oder Fisch zu fressen. Darauf ist der Organismus einer Katze ausgelegt und das verträgt sie am Besten. Natürlich lernen unsere Babys auch hochwertiges Dosenfutter und Trockenfutter kennen, damit ihnen die Umstellung bei ihren Adoptiveltern nicht zu schwer fällt. Zur Zahnreinigung und als besonderes Leckerchen plädieren wir aber dafür, auch später mind. einmal pro Woche rohes Fleisch zu füttern.

Gewicht: 580 Gramm

6 Wochen alt:

Die Kampfspiele werden wilder, der Erkundungsdrang wird größer und die Kratzbäume werden erkundet.

Die Babys lieben es, in nackte Zehen oder Finger zu beißen und müssen erst mal lernen, dass Menschenhaut empfindlicher ist als Katzenhaut. Die Milchzähnchen sind nadelspitz.

Die Trefferquote in der Katzentoilette liegt bei 90% ;-))

Die erste Wurmkur ist fällig.

Gewicht: 678 Gramm

7 Wochen alt:

Nun sind die Babys in einem Alter, in dem man nicht-verwackelte Fotos nur während des Schlafens machen kann. Schnell wie ein Blitz und keine Ruhe in der Fott. Dementsprechend viel fressen sie nun auch. Man packt den Teller voll - dreht sich um - und schon isser leer ;-))

Die 2. Wurmkur über drei Tage ist fällig.

Gewicht: 998 Gramm
 

8 Wochen alt:

Die Babys zeigen nun schon ihren bezaubernden Orientalen-Charakter. Sie schnurren in den höchsten Tönen und liegen am liebsten alle zusammen auf meinem Schoß. Der Mensch ist ihr liebster Spielgefährte und der schönste Liegeplatz.

Die erste Impfung Seuche/Schnupfen/Chlamydien ist fällig.

Gewicht: 1049 Gramm

 

9 Wochen alt:

Nun kann man langsam unterscheiden, welche Babys Balinesen und welche Siamesen werden.

Gewicht: 1180 Gramm

 

 

10 Wochen alt:

Wie man sieht, können die Babys inzwischen auch schon prima auf höhere Ebenen klettern und es gibt kaum einen Ort, der vor ihnen noch sicher ist.

Gewicht: 1366 Gramm

11 Wochen alt:

Die Babys sind nun so bezaubernd, daß es Zeit für den Umzug wird. Je länger sie bei uns sind, desto schwerer wird die Trennung von ihnen.

Gewicht: 1400 Gramm

12 Wochen alt:

Aus dem winzigen Zwerg von nicht mal 100 Gramm ist innerhalb von 12 Wochen eine selbstbewußte junge Dame geworden, die neugierig und unerschrocken ihre Welt erkundet.

Die zweite Impfung ist fällig und 10 Tage danach (erst dann ist die Impfung wirksam) können die Babys umziehen.

Gewicht: 1466 Gramm

 

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